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ANTONIN ARTAUD

1896 in Marseille geboren

Mitwirkung in 22 Filmen (u.a. in Fritz Langs Liliom von 1934)

Verfasser von 26 Büchern

Artaud wird manchmal als einer der Urväter der Performance-Kunst angesehen. Er war Mitglied der Bewegung des Surrealismus, mit der er wegen der neuen revolutionären Ausrichtung 1926 brach. Von 1926 bis 1935 widmete er sich der Realisierung seiner Theateridee, u.a. durch die Gründung des Alfred-Jarry-Theaters mit Roger Vitrac und Robert Aron 1926. Im Jahre 1935 gründete er dann sein Theater der Grausamkeit: Artaud inszenierte dort sein eigenes Theaterstück Les Cenci (nach der Tragödie "The Cenci" von Percy Bysshe Shelley und der gleichnamigen Erzählung von Henri Stendhal).

1936 unternahm er eine Reise nach Mexiko, wo er einige Monate bei den Tarahumara-Indianern lebte. Auf seiner nächsten Reise zu den keltischen Druiden nach Irland glaubte er, den Stock von St. Patrick erlangt zu haben. Nach der Rückfahrt nach Frankreich im Glauben an die baldige Apokalypse wurde er ab 1937 Patient in geschlossenen psychiatrischen Kliniken wegen Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit. Diagnostiziert wurde Schizophrenie. Es kam zu einer jahrelangen Behandlungen mit Elektroschocks, Lithium Quecksilber- und Wismutpräparaten. 1946 wurde er durch die Hilfe von Freunden (finanzielle Sicherstellung) aus der Anstalt Rodez entlassen. Anschließend erarbeitete er für das Radio das Stück 'Pour en finir avec le jugement de dieu' aus; und er hielt an der Sorbonne einen Vortrag gegen die Psychiatrie.

Artaud nahm wegen chronischer Schmerzen über Jahrzehnte Drogen wie Laudanum, Opium, Heroin und Peyote (bis 1930 war Heroin noch nicht als Droge verboten, Artaud legte u.a. mit René Crevel öffentliche Proteste gegen das Verbot ein). Am 4. März 1948 wurde er tot aufgefunden, in sitzender Haltung im Bett mit einem Schuh in der Hand.

2009, Claudie Lambin und Ralf Weikinger stellen die Gedichte Artauds im KUNSTRAUM vor.

        Übersetzung der Gedichte von Rodja Weigand, Interlinearübersetzung von Claudie Lambin. 

        Ausserdem wurde der Film >Auf der Suche nach der verlorenen Kraft< von Rudolf von Bitter gezeigt.