WOLE  SOYINKA

Foto: Vera Botterbusch

Akinwande Oluwole Soyinka ,Geb.13.Juli 1934 in Abeokuta, Nigeria ist ein nigerianischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger (1986). In der Begründung für die Zuerkennung des Preises, der damit erstmals an einen Vertreter der afrikanischen Literatur ging, hieß es, er gestalte „in breiter kultureller Perspektive und mit poetischen Obertönen das Drama des menschlichen Seins“.

Nach weiterführender Schulausbildung studierte er von 1952 bis 1954 an der dortigen Universität sowie von 1954 bis 1957 an der University of Leeds (Großbritannien). Dort erhielt er einen Honours Degree in englischer Literatur. Soyinka arbeitete als Dramaturg und Schauspieler am Royal Court Theater in London, bevor er nach Nigeria zurückkehrte, um afrikanisches Drama zu studieren. Er lehrte an den Universitäten von Lagos, Ibadan und Ife, wo er im Jahr 1975 Professor in Vergleichender Literaturwissenschaft wurde.

Soyinka hat eine aktive Rolle in Nigerias politischer Geschichte gespielt. Im Jahr 1967 wurde er während des nigerianischen Bürgerkriegs) für seine Versuche zur Erzielung eines Friedens zwischen den sich bekriegenden Parteien von der Bundesregierung festgenommen und zu Einzelhaft verurteilt. Während des Aufenthaltes im Gefängnis schrieb er Dichtungen, die er unter dem Namen Poems from Prison veröffentlichte. Er wurde 22 Monate später freigelassen, nachdem die internationale Aufmerksamkeit auf seine Gefangenschaft gelenkt wurde. Seine Erfahrungen im Gefängnis verarbeitete er in seinem Buch Der Mann ist tot: Gefängnisvermerke.

Soyinka ist ein unverblümter Kritiker vieler nigerianischer Regierungen und diverser Diktaturen weltweit. In zahlreichen Schriften bezieht er sich auf den „drückenden Stiefel und die Irrelevanz der Farbe des Fußes, der ihn trägt“. Durch diesen Aktivismus hat er sich oft großem persönlichen Risiko ausgesetzt, etwa während der Herrschaftszeit des nigerianischen Diktators General Sani Abacha (1993 bis 1998). Während Abachas Diktatur ging Soyinka freiwillig ins Exil. Er lebte hauptsächlich in den USA, wo er Gastprofessuren an mehreren Universitäten innehatte. 1998 kehrte er nach Nigeria zurück, blieb aber weiterhin auch in den USA tätig. 2004 wurde er Inhaber eines Lehrstuhls für Vergleichende Literaturwissenschaften an der Emory University in Atlanta. Soyinka ist derzeit Inhaber der Elias Ghanem Professur für Kreatives Schreiben an der englischen Abteilung der Universität von Nevada, Las Vegas.

Im Jahr 2005 wurde er eine der Speerspitzen der PRONACO, eines Verbundes nigerianischer Organisationen, der sich die Ausarbeitung einer neuen Verfassung für Nigeria zum Ziel gesetzt hat.

Im April 2016 zeigt Vera Botterbusch ihren Film

>Eine Kindheit in Nigeria, Wole Soyinka<

Der Film aus dem Jahr 2000 entstand für das Bayerische Fernsehen und

liest aus den Gedichten >Samarkand und andere Märkte (Ammann-Verlag).