Werner Schroeter

Foto: Horst Martin

Werner Schroeter wurde 1945 als Sohn eines Ingenieurs geboren und wuchs in Bielefeld und Heidelberg auf Im Alter von fünf Jahren äußerte er bereits den Wunsch, Filmregisseur zu werden. Ein einschneidendes Erlebnis war für ihn im Alter von dreizehn Jahren die Radioübertragung einer Opernarie von Maria Callas, die ihn zum ersten Mal mit dem Thema Oper in Berührung brachte. Die Callas wurde für ihn zum einzigen Idol seines Lebens, er bezeichnete sie in Interviews als Botin zwischen Gott und den Menschen. Nach dem Abitur in Heidelberg studierte er drei Semester lang Psychologie in Mannheim und arbeitete nebenher als Journalist. Ende der 1960er Jahre brachte sich Schroeter das Filmemachen mit ersten experimentellen Arbeiten selbst bei. Einige seiner ersten Kurzfilme widmen sich Maria Callas. Ersten Erfolg brachte ihm der über zweistündige Experimentalfilm Eika Katappa ein, der von der Internationalen Filmwoche Mannheim 1969 mit dem Josef von Sternberg-Preis ausgezeichnet wurde.

Seit 1972 erarbeitete Schroeter regelmäßig Theater- und Operninszenierungen. Schroeter gilt neben Rainer Werner Fassbinder, Wim Wenders, Alexander Kluge, Werner Herzog und Volker Schlöndorff als einer der wichtigen Filmregisseure der deutschen Nachkriegszeit. Mit Palermo oder Wolfsburg gewann er den Goldenen Bären der Berliner Filmfestspiele 1980. Er betätigte sich zudem als Produzent, Drehbuchautor, Kameramann und Schauspieler bei zahlreichen Filmen. Im Jahr 1972 war Werner Schroeter mit dem Film Der Tod der Maria Malibran Teilnehmer der Documenta 5 in Kassel in der Abteilung Filmschau: Anderes Kino. 2008 erhielt Schroeter für Nuit de chien eine Einladung in den Wettbewerb der 65. Filmfestspiele von Venedig.[5] Das Drama ist eine Umsetzung von Juan Carlos Onettis Roman Para esta noche mit unter anderem Pascal Greggory Amira Casar, Elsa Zylberstein und Nathalie Delon in den Hauptrollen. Schroeter wurde mit dem Sonderpreis der Jury der Filmfestspiele von Venedig 2008 für sein „innovatives, kompromissloses und oft provokantes“ Werk ausgezeichnet.

Schroeter wurde bei der Berlinale 2010 mit dem schwul-lesbischen Teddy Award geehrt, weil er als ein radikaler Experimentierer und großer Außenseiter des Neuen Deutschen Films gelten kann. Mitte März desselben Jahres wurde ihm der Friedrich Wilhelm Murnau Filmpreis zuteil.

2010 starb Werner Schroeter im Alter von 65 Jahren in einer Kasseler Klinik an den Folgen seiner Krebserkrankung.

2012 wird im KUNSTRAUM SCHWIFTING sein Film >Die Generalprobe< gezeigt, im

Rahmen der Gedächtnisausstellung von Franz Weich der dazu die Kamera führte.