Thomas Bernhard

 

Thomas Bernhard wurde am 9. Februar 1931 im Heim für ledige Mütter des Klosters Heerlen bei Maastricht geboren.

Im Herbst 1948 erkältete sich Thomas Bernhard beim Abladen eines Lastwagens und erkrankte an einer schweren Lungen- und Rippenfellentzündung. Am 17. Januar 1949 wurde er ins Salzburger Landeskrankenhaus eingeliefert, wo seit zwei Tagen auch sein Großvater lag, der am 11. Februar starb. Anschließend an den Krankenhausaufenthalt musste Thomas Bernhard sich von Juli 1949 bis Februar 1950 und von Juli 1950 bis Januar 1951 in der Lungenheilanstalt Grafenhof bei St. Veit im Pongau behandeln lassen. Dort begegnete er der sechsunddreißig Jahre älteren Wienerin Hedwig Stavianicek, mit der er bis zu ihrem Tod am 29. April 1984 befreundet blieb: Sie war sein >Lebensmensch<.

Nach der Entlassung aus dem Lungensanatorium schlug Thomas Bernhard sich als Journalist und Kritiker durch. Von 1955 bis 1957 studierte er am Mozarteum in Salzburg Gesang, Dramaturgie und Schauspielkunst. 1957 erschien sein erster Gedichtband: "Auf der Erde und in der Hölle".
 
Für seinen Debütroman "Frost" (1963) wurde Thomas Bernhard 1965 mit dem Literaturpreis der Freien und Hansestadt Bremen ausgezeichnet. Im selben Jahr zog er sich auf einen Gutshof in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich) zurück. Bernhards Erzählungen sind zwar finster, doch nicht unbedingt grimmig. Denn er ist ein heiterer Tragiker, ein makabrer Humorist, ein lachender Rebell. (Marcel Reich-Ranicki im Begleitheft zu >Holzfällen<.Irgendwann wird sich allgemein herumgesprochen haben, dass der tragische Autor Thomas Bernhard, in dessen ästhetischem Reich die Sonne nicht aufging, ein Erzkomödiant war. (Ulrich Weinzierl im Begleitheft zu Thomas Bernhard: Erzählungen) Zu Lebzeiten hatte Thomas Bernhard mit Skandalen für Schlagzeilen gesorgt.

Nach seinem Tod am 12. Februar 1989 in Gmunden schockierte er die Öffentlichkeit – die erst nach der Beerdigung erfuhr, dass er gestorben war – mit einer testamentarischen Verfügung, der zufolge seine Werke in Österreich weder nachgedruckt noch aufgeführt oder auch nur rezitiert werden durften. Dieses Verbot wurde allerdings im Juli 1998 aufgehoben.

2013  der Schauspieler Ralf Weikinger liest im KUNSTRAUM SCHWIFTING aus   

           >Holzfällen< und den Gedichten.