FORUGH  FARROCHSAD

 

Forugh Farrochsad wurde 1935 als Tochter des Armeeoffiziers Mohammad Bagher Farrochsad und seiner Frau Touran Vaziri-Tabar in Teheran geboren. Besuchte die Schule bis zur neunten Klasse. Daraufhin lernte sie Zeichnen und Nähen an einer Frauenschule für Handarbeit. Mit sechzehn heiratete sie den 15 Jahre älteren Parviz Shapour, einen geschätzten Satiriker und Karikaturisten. Forough setzte ihre Ausbildung mit Kursen in Malen und Nähen fort und zog mit ihrem Mann nach Ahwaz. Ein Jahr später gebar sie ihr einziges Kind, einen Sohn mit Namen Kamyar. Nach drei Jahren Ehe trennte sich Forugh von ihrem Mann, der das Sorgerecht für das Kind bekam. Über diesen Verlust kam sie wohl nie hinweg. Nach einem Nervenzusammenbruch zog sie wieder nach Teheran, um sich ganz der Dichtung zu widmen. Noch im selben Jahr gab sie ihren ersten Band Die Gefangene heraus, in dem sie ihr persönliches Gefühl der Ausweglosigkeit zum Ausdruck brachte.

Aufgrund der Trennung von ihrem Mann und der Veröffentlichung kontroverser Gedichte geriet sie schnell in den Fokus negativer Aufmerksamkeit und offener Ablehnung. 1956 verbrachte sie neun Monate in Europa, wo sie an ihrem zweiten, sozialkritischen Gedichtsband Die Wand arbeitete, der noch im selben Jahr gedruckt wurde. 1958 nahm sie eine Stelle als Assistentin im Golestan Film Studio an. Hier lernte sie den Filmemacher und Schriftsteller Ebrahim Golestan kennen, der sie dazu ermutigte, sich selbst auszudrücken. Noch im selben Jahr publizierte sie einen weiteren sozialkritischen Gedichtsband, Aufbegehren

Da Golestan verheiratet war, kam es in den Literaturkreisen zu einem erneuten Skandal, der 1960 zusammen mit ihren weiteren Problemen zu einem Selbstmordversuch führte. 1962 zog sie nach Tabriz, wo sie den zwanzigminütigen Dokumentarfilm Das Haus ist schwarz über die Aussätzigen Leprapatienten von Behkadeh Raji erstellte, einem Leprosorium, das 1961 auf aktives Betreiben von Farah Pahlavi als sich wirtschaftlich selbst versorgendes, eigenständiges Dorf errichtet wurde. Während der 12 Drehtage entwickelte sie Zuneigung zu dem Kind Hossein Mansouri, das sie später adoptierte.

1964 publizierte sie Die Wiedergeburt , das ihre Trauer über die Vergänglichkeit der Zeit thematisiert.

Am 13. Februar 1967 starb Forugh bei einem Autounfall im Alter von zweiundreißig Jahren.

Ihr Gedicht Lasst uns an den Beginn der kalten Jahreszeit glauben wurde nach ihrem Tod publiziert und gilt als das beststrukturierte moderne Gedicht in persischer Sprache.

Das Grab der Dichterin befindet sich auf dem Zahir o Dowleh- Friedhof im Teheraner Stadtteil Darband.

2010, Shahrzad Khorassani und Dora Borkoff lesen die Gedichte Farrochsads im KUNSTRAUM