Arsenij Tarkovskij

Juni 1907 in Jelissawetgrasd geboren und am 27. Mai 1989 in Moskau gestroben, war ein sowjetischer Lyriker und Übersetzer. Er war der Vater des Filmregisseurs Andrej Tarkowskij.

Von 1925 bis 1929 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Literatur in Moskau. Er leitete von 1924 bis 1926 die Redaktion des Literarischen Feuilletons der Zeitung „Gudok “. Zu seinen dortigen Kollegen zählte der Schriftsteller Michail Bulgakow.

1926 veröffentlichte er erste eigene Gedichte in einer Lyrik-Anthologie. 1928 heiratete er Maria Iwanowna Wischnjakowa. 1931 arbeitete er beim Staatlichen Rundfunk.

Als dort sein Gedicht „Glas“ als Radiostück gesendet wurde, beschuldigte man ihn von höherer Stelle des „Mystizismus“. Daraufhin zog sich Tarkowskij auf ein Dorf etwa 300 Kilometer von Moskau entfernt zurück und sah während der nächsten 30 Jahre von einer weiteren Veröffentlichung eigener Gedichte ab. Er arbeitete freischaffend als Übersetzer arabischer, armenischer, turkmenischer, georgischer und hebräischer Lyrik.

Am 4. April 1932 wurde sein Sohn Andrej geboren. Am 3. Oktober 1934 Geburt der Tochter Marina. Im selben Jahr erschien sein erster Band mit Nachdichtungen. 1936 lernte er Antonina Alexandrowna Bochonowa kennen und verließ ihretwegen seine Familie. 1940 wurde er Mitglied des Schriftstellerverbands der UdSSR. Es begann eine enge Freundschaft mit der Lyrikerin Marina Zwetajewa, die 1941 mit dem Freitod der Dichterin endete. Tarkowskij ließ sich in diesem Jahr von seiner Frau scheiden und heiratete A. A. Bochonowa. Sofort nach dem Überfall Deutschlands auf die Sowjetunion im Juni 1941 meldete er sich als Freiwilliger zur Front.

Er wurde 1943 im Krieg schwer verwundet und verlor in der Folge ein Bein. 1944 lernte er die Übersetzerin Tatjana Alexejewna Oserskaja kennen, die er 1951 heiratete, nachdem er sich 1950 von seiner zweiten Frau hatte scheiden lassen.

Seit 1946 Freundschaft mit der Lyrikerin Anna Achmatowa. Endlich, im Jahre 1962, konnte er im Zuge der Entstalisierung unter Nikita Chruschtschow seinen ersten Band mit eigenen Gedichten veröffentlichen (Vor dem Schnee); er enthält Werke aus der Zeit von 1929 bis 1962. 1966 erschien sein zweiter Gedichtband (Der Erde – Irdisches). Weitere Gedichtbände folgten, so Der Bote (1969), Gedichte (1974), Zauberberge (1979), Wintertag (1980), Ausgewähltes (1982), Verse verschiedener Jahre (1983) und Von Jugend zum Alter (1987).

Durch die Filme DER SPIEGEL, STALKER und NOSTALGHIA seines Sohnes Andrej wurde seine Lyrik, die Arsenij hier auch teilweise selbst vorträgt, auch außerhalb der Sowjetunion bekannt.

Im September 2017 liest der Schauspieler Ralf Weikinger aus den Gedichten im KUNSTRAUM SCHWIFTING im Rahmen einer Ausstellung über Andrej Tarkowskij.